Chöd -Meditation

Tibetanische Meditation für tiefe Transformation und Konfliktlösung

Den Dämonen Nahrung geben, anstatt sie zu bekämpfen

ab 1 Stunde 95 €


Geschichte der Chöd-Mediation

Chöd ist eine tibetisch Meditationstechnik, die sowohl in der buddhistischen Lehre als auch in der noch älteren schamanische geprägten Bön-Tradition beheimatet ist.


Als Begründerin wird die tibetische Nonne  Machig Labdrön verehrt, die eine hoch gebildete Frau in tibetischen und indischen spirituellen Weisheitslehren war und später selbst als Lehrerin wirkte.


Ein zentraler Punkt der Chöd-Lehre ist der Umgang mit inneren und äußeren Konflikten. Anstatt die sogenannten Dämonen, das können Ängste, Schmerzen, Krankheiten, Süchte, oder auch tatsächliche menschliche Aggressoren sein, zu bekämpfen und abzuwehren, wird ihnen in einer Meditation "Nahrung" angeboten, um ihnen sozusagen den Nährboden auf dem sie entstanden sind zu entziehen.

Machig Labdrön machte die Erfahrung, dass durch das liebevolle Annehmen, dessen was ist, durch Übung in Hingabe und Mitgefühl, sowie das "Füttern" der Dämonen sich mehr Lösen lässt als durch den Kampf.  Chöd wird auch  mit "Trennen" oder "Abschneiden" von inneren Dämonen und ego-zentriertem Anhaftungen übersetzt,


Die Amerikanerin Tsültrim Allione  verbrachte Anfang der 70er Jahren 4 Jahre in einem tibetanischen Kloster und forschte dort zu vielen alten tibetischen Schriften und brachte 1984 das Buch "„Tibets weise Frauen“ (Women of Wisdom) heraus.

Als erste Amerikanerin überhaupt wurde sie als buddhistisch-tibetische Nonne ordiniert und später als Lama anerkannt.


Sie beschäftigte sich intensiv mit der Chöd-Praxis und den darin enthaltenen Weisheiten, in ihrem Buch „Den Dämonen Nahrung geben“ (Feeding Your Demons, 2008) bereitete sie Chöd für westliches Verständnis so auf, dass die Methode gut verständlich und anwendbar ist.


Ich habe die Chöd-Praxis im Rahmen der Atemtherapie-Ausbildung gelernt, seit dem ist sie Teil meiner Meditationspraxis. Seit vielen Jahren gebe ich sie in Rahmen von Sitzungen in der Praxis weiter und habe mit den Ergebnissen sehr gute Erfahrung gemacht.


Auch für dieses Ritual habe ich ein Ritualtuch gestaltet, aus Stoff, Wolle, Perlen und Steinen, um einen heiligen Ort zu schaffen, an dem die Meditation stattfindet. Es ist eine Reminiszenz, ein Anklang an Tibet und Indien, an die Linie der Lehre, die Weisheitsträger*innen und der Möglichkeit die Chödpraxis in guter Weise hier nach Europa zu bringen und für viele anwendbar zu machen.


Vorgehensweise

Am Anfang ist Raum für Fragen und Klärung, um was es genau geht, für welches Thema die Chöd-Meditation gemacht werden soll.


Das Chöd-Altar-Tuch wird auf dem Boden ausgebreitet, unterstützt den heiligen Raum in dem die Meditation stattfindet.

Wir sitzen auf Kissen auf dem Boden (wenn das z.B. bei Knieproblemen nicht gut geht, passt natürlich auch ein Stuhl).

Wer mag kann noch einen kleinen Kraftgegenstand auf dem Tuch ablegen.

Es ist keine religiöse Zugehörigkeit notwendig, auch keine Vorerfahrung, nur die die Intension die Übung zu Ihrem eigenen Wohl und dem Wohle aller Wesen auszuführen. 

Die Konzentration auf den Atem, das feine Aus- und Einatmen hilft ganz in die Präsenz und die Entspannung zu kommen.


Die Chöd Meditation lässt sich in 5 Schritte gliedern, die ich hier in sehr verkürzter Weise darstelle (aus T. Allione: "Den Dämonen Nahrung geben"):


Schritt 1:

Dämon finden

Das Thema wird nochmal klar ausgesprochen und geschaut mit welcher Empfindung es sich körperlich bemerkbar macht.


Schritt 2:

Dämon personifizieren und fragen, was er braucht.

Als Platzhalter für den Dämon dient ein Stein vor Ihnen. Mit Hilfe von Visualisierung wird ein Bild von dem Dämon geschaffen - das kann von klassisch tibetisch bis comichaft alles sein. Dann werden folgende Fragen an das Wesen gerichtet:


"Was willst du von mir?"

"Was brauchst du von mir?"

"Wie fühlst du dich, wenn du bekommst, was du brauchst?"


Schritt 3:

Dämon werden

Sie wechseln mit dem Stein den Platz und

können sich selbst beobachten aus Sicht des Dämons. Dann beantworten Sie stellvertretend auf dem Platz des Dämons die obigen Fragen.


Schritt 4:

Den Dämon füttern und dem / der Verbündeten begegnen

Sie nehmen wieder Ihren ursprünglichen Platz ein, schauen den Dämon nochmal an. Gefüttert wird der Dämon mit dem Nektar, der daraus besteht, was er am meisten braucht. Oft ist das Liebe, Licht, Zugehörigkeit, Aufmerksamkeit,....

Die Idee ist, den eigenen Körper zu diesem Nektar werden zu lassen und dem Dämon darzubieten. Dieser wird nun so lange gefüttert bis er satt ist.

Wenn das der Fall ist, verschwindet der Dämon oft völlig und an seine Stelle tritt ein/e Verbündete. Das kann ein Tier oder eine menschliche Gestalt sein, ein Engel oder eine Pflanze, die Hilfe und Unterstützung bringen.


Schritt 5:

Im Gewahrsam ruhen

Nach und nach kann der Verbündete sich mit Ihnen verschmelzen bis sich dann beide in Leere auflösen. Der Geist darf noch eine Weile in Stille ruhen, ohne bestimmte Erfahrungen machen zu wollen.


Wirkung

"Die bösen männlichen und weiblichen Dämonen, die eine Unzahl von Plagen und Behinderungen hervorrufen, erscheinen real, ehe man Erleuchtung erlangt hat. Aber wenn man ihr wahres Wesen erkennt. werden sie zu Beschützern, und mit ihrem Beistand und ihrer Hilfe erlangt man zahllose Verdienste."

Milarepa, Tibet (1052-1135)


Die Chöd-Praxis kann für sich alleinstehend angewandt werden oder im Rahmen von schamanischen / atemtherapeutischen Sitzungen. Sie hat sich als sehr hilfreich erwiesen beim Umgang mit


Ängsten


Zweifeln


Traumata


schlechten Gewohnheiten


depressiven Verstimmungen


Krankheiten aller Art


zwischenmenschlichen Konflikten


Konflikten bei einem gefühlt oder ganz real übermächtigen Gegner


Hier ausdrücklich: die Meditation ersetzt nicht ärztliche oder heilpraktische Hilfe oder auch reale notwendige Auseinandersetzungen, kann aber zusätzlich unterstützend wirken.


Auch bei schwerwiegenden Themen kann eine einzelne Chöd-Meditation viel bewirken und lösen, es gibt allerdings durchaus hartnäckige "Dämonen", die einen langen Atem erfordern, kontinuierliche Auseinandersetzung, weitere Chöd-Meditationen oder selbstverständlich fachspezifische therapeutische oder ärztliche Unterstützung.


Bei den vielen alltäglichen Dämonen, die einem im Laufe des Lebens begegnen, kann die Chöd-Mediation eine wunderbare Unterstützung bieten, sowohl als angeleitetes Ritual bei mir in der Praxis als auch allein zu Hause.